Statiker Kosten

Der umgangssprachlich als Statiker bezeichnete Bauingenieur, heißt im offiziellen Sprachgebrauch Tragwerksplaner. Er befasst sich mit allen Fragen der Gebäudeplanung, die direkt oder indirekt mit der Statik von Gebäuden zu tun haben. Neben der Tragfähigkeit selbst, wird auch die Statik im Brand- und Hochwasserfall geprüft.

Was kostet ein Statiker?

Die Kosten für einen Statiker zählen zu den Baunebenkosten. Ihre genaue Höhe ist nur schwer zu verallgemeinern, da sie von vielen individuellen Baufaktoren abhängt und darüber hinaus zum Teil Verhandlungssache zwischen Statiker und Bauherren ist. Sie werden grundsätzlich geregelt in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Die Höhe der Vergütung ermittelt sich dabei im Wesentlichen nach dem Schwierigkeitsgrad (Honorarzone), der Aufgabenstellung, den anrechenbaren Kosten beim Hausbau und den erbrachten Leistungen. Mit Hilfe dieser Faktoren wird dann das Honorar des Statikers berechnet.

Man kann also nicht pauschal sagen, was der Statiker kosten wird. Das hängt vom jeweiligen Bundesland, dem geplanten Gebäude und dem Tragwerksplaner ab. Vergleichen und Angebote einholen, kann sich durchaus lohnen. Ganz grob kann man mit Statiker Kosten von 1000 € bis 3000 € rechnen, wenn man ein Einfamilienhaus bauen möchte.

Was kostet ein Statiker Leistungsphasen

Die Leistungen werden in verschiedene Leistungsphasen untergliedert. Insgesamt gibt es 9 Leistungsphasen die unter diesem Absatz aufgeführt sind. Dabei werden für jede Leistungsphase verschiedene Kosten berechnet.

  1. Grundlagenermittlung
  2. Vorplanung
  3. Entwurfsplanung
  4. Genehmigungsplanung
  5. Ausführungsplanung
  6. Vorbereitung der Vergabe
  7. Mitwirkung bei der Vergabe
  8. Objektüberwachung
  9. Objektbetreuung

Honorarzone

Die Honorarzone richtet sich nach der Planungsanforderung, also dem Schwierigkeitsgrad. Die Zone 1 steht dabei für sehr geringe, die Honorarzone 3 für durchschnittliche und die Honorarzone 5 für sehr hohe Planungsanforderungen. Es gibt also die Sätze 1 bis 5. Eine Vereinbarung von Viertel-, Mittel- oder Dreiviertelsatz innerhalb dieser Sätze ist möglich. Für Jede Honorarzone ist ein Mindest- und eine Höchstsatz gegeben.

Anrechenbare Kosten

Die anrechenbaren Kosten schwanken von Gebäude zu Gebäude sehr stark. Man berechnet diese nach §50 Abs. 1 HOAI wie folgt: 55 % der Baukonstruktionskosten + 10 % der Kosten der Technischen Anlage

Ist ein Statiker Pflicht?

Die Planung eines neuen Gebäudes erfordert in den Bundesländern Hessen, Brandenburg und Berlin (Hausbau Berlin) eine baustatische Begutachtung der Pläne und Bauzeichnungen. In allen anderen Bundesländern ist eine Begutachtung der Bauzeichnungen durch einen Statiker nicht vorgeschrieben.

In welchem Bundesland ist der Statiker Pflicht?janein
Baden-Württemberg   x
Bayern   x
Berlin x  
Brandenburg x  
Bremen   x
Hamburg   x
Hessen x  
Mecklenburg-Vorpommern   x
Niedersachsen   x
Nordrhein-Westfalen   x
Rheinland-Pfalz   x
Saarland   x
Sachsen   x
Sachsen-Anhalt   x
Schleswig-Holstein   x
Thüringen   x

Was prüft der Statiker genau?

Der Tragwerksplaner prüft die Standsicherheit, den Fundamentplan, die Erdgeschossdecke und die Dachkonstruktion. Dadurch soll sichergestellt werden, dass das Gebäude wirklich tragfähig ist. Generell prüft das natürlich auch der Architekt bei der Planung. Und so dient diese Prüfung, wo sie nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, lediglich der Absicherung durch eine Zweitmeinung.

Bodenmechanisches Gutachten

Das bodenmechanische Gutachten, welches auch vom Statiker durchgeführt werden kann, ermittelt das Setzungsverhalten des Bodens. Außerdem bekommen Sie mit Hilfe des Bodengutachtens Informationen über die Bodenwassergegebenheiten und welche Lastfälle sich ergeben. Daraus resultiert dann, wie Sie Ihr Haus am besten gegen Bodenwasser abdichten sollten. Das bodenmechanische Gutachten kostet rund 500 € und schützt Ihr Haus eventuell vor dem Einsinken bzw. dem Eindringen von Wasser.

(Bildmaterial v.o.n.u.: © H-J Paulsen - Fotolia, © Andreas Morlok / PIXELIO) 02.12.2014 | HausXXL