Garten und Außenanlagen Kosten

Viele Menschen, die mit dem Gedanken spielen, viel Geld in die eigenen vier Wände zu investieren, sind sich über die anfallenden Kosten nicht im Klaren. Das kann zu einem bösen Erwachen führen und hat nicht selten den einen oder anderen ambitionierten Hausbauer in den finanziellen Ruin getrieben. Daher ist eine umfassende Kalkulation unumgänglich.

In diesem Artikel richten wir den Blick explizit auf die richtige Planung von Garten und Außenanlagen beim Hausbau und geben Ratschläge in Bezug auf die Erfassung aller relevanter Kosten.

  1. Ein Auge auf alle Kostenquellen haben
  2. Die richtige Vorbereitung
  3. Wovon die Höhe der finalen Kosten abhängt
  4. Eventuelle Folgekosten bedenken
  5. Nebenkosten nicht vergessen und nicht am falschen Ende sparen

Ein Auge auf alle Kostenquellen haben

Eines der grundsätzlichen Probleme vieler Eigenheimbauer ist die mangelhafte Vorbereitung. Nicht wenigen Menschen verschleiert der Enthusiasmus, welcher mit der Aussicht auf ein eigenes Haus einhergeht, leider oftmals den Sinn für die Realität. So verliert man die tatsächlichen Kosten schnell aus den Augen. Insbesondere die anfallenden Kosten für den Garten und die gesamte Außenanlage werden gerne unterschätzt.

Immer wieder führt ein solch sorgloses Verhalten zum finanziellen Desaster, welches unter Umständen das bisherige Leben komplett auf den Kopf stellen kann. Oftmals nämlich folgt einem wirtschaftlichen Ruin, in dessen Rahmen man sich bis zum Lebensende verschuldet hat, auch eine Trennung vom Ehepartner. Schließlich belastet eine solche Situation eine partnerschaftliche Verbindung dauerhaft über das normale Maß.

Solche Fälle sollten zwar Warnung für all jene sein, die einen Hausbau planen. Andererseits sollte dies aber auch niemanden vor diesem Vorhaben zurückschrecken lassen. Denn mit einer vernünftigen und soliden Kalkulation, welche auch die Außenanlagen einbezieht, kann jeder zuversichtlich und voller Elan die Baumaßnahmen beginnen.

Gartenplanung

Die richtige Vorbereitung

Wer solch hohe Beträge, die für einen Hausbau erforderlich sind, zu investieren bereit ist, sollte nichts dem Zufall überlassen und sich somit so gewissenhaft wie nur möglich vorbereiten. Dazu gehört bereits eine detaillierte Planung, noch bevor der erste Spatenstich stattgefunden hat. Dies beginnt schon damit, dass der Garten so geplant werden muss, dass das zur Verfügung stehende Grundstück auch wirklich ausreicht und sich auch mit dem Grundriss des Hauses vereinbaren lässt.

Die Ausrichtung der Außenanlage ist einer der Punkte, der meist in fataler Art und Weise vernachlässigt wird. Diese spielt nämlich eine wesentliche Rolle in der gesamten Planung. Ist die Außenanlage nämlich beispielsweise gen Osten ausgerichtet, kann der ambitionierte Bauherr die aufgehende Sonne in seinem Garten genießen. Liegt der Außenbereich hingegen in westlich ausgerichteter Lage, verspricht dies romantische Abendessen im Freien bei Sonnenuntergang an einem Sommertag.

Hier empfiehlt es sich, unter Berücksichtigung der geplanten Sträucher, Beete und anzulegenden Wege eine genaue Skizze anzufertigen, die auch Aussichten und Gefälle einbezieht. Schon hier kann die Platzierung für Beete, Sitzgelegenheiten, Spielplätze und womöglich auch einen kleinen Teich genau festgelegt werden. Prinzipiell gilt: Je akribischer und präziser schon diese Skizze angefertigt wird, umso genauer können die Kosten für die entsprechenden Maßnahmen berechnet werden.

Wovon die Höhe der finalen Kosten abhängt

Grundsätzlich kommt es natürlich in erster Linie auf die Größe des Grundstückes an. Doch die reinen Abmessungen sind bei weitem nicht die einzigen Kriterien, die es zu beachten gilt. Unzählige Faktoren müssen hier mit einbezogen werden.

So spielt es beispielsweise eine wesentliche Rolle, ob eventuell Mauern hochgezogen werden sollen, möglicherweise Bäume gefällt werden müssen, welche Materialien für die Gehwege verwendet werden, ob ein Pavillon, eine Terrassenüberdachung, ein Schuppen oder Ähnliches errichtet werden soll, ein alter Schuppen abgerissen werden muss oder ein mobiler Bagger benötigt wird (ca. 300 Euro / Tag). Auch die Vorderseite des Grundstückes muss als Außenanlage in die Kalkulation einberechnet werden. Dieser Punkt wird von nicht wenigen Menschen aus unerfindlichen Gründen schlichtweg außer Acht gelassen.

Ein Gehweg zur Haustür sowie eine Zufahrt mit Anbindung ans öffentliche Straßennetz sind bei einem Hausbau elementare Faktoren, die es zu bedenken und einzurechnen gilt. Baumaßnahmen dieser Art können schnell mit vielen Tausend Euro zu Buche schlagen. Dies adäquat einzukalkulieren, kann unangenehme Folgekosten vermeiden. Allerdings kann man mit etwas handwerklichem Geschick auch selbst Pflastersteine verlegen und damit bereits einen großen Kostenfaktor minimieren.

Ist der Außenbereich erst einmal in seiner Grundform errichtet, müssen zudem noch Kosten für die Einrichtung und Dekoration eingeplant werden. Gartenmöbel als Sitzgelegenheiten mit entsprechenden Auflagen, vielleicht ein Sandkasten für die Kinder oder ein Grill für die Einweihungsparty, sichern dem Außenbereich erst seine gewünschte Funktionalität zu.

Gerade im Bereich des Gartenmobiliars ist die Auswahl schier grenzenlos. Neben Möbeln aus Kunststoffen, stehen auch Stühle und Tische aus Naturmaterialien zur Verfügung, die sich besonders harmonisch in die Gartenlandschaft einfügen. Gartenmöbel sind nicht nur im Baumarkt erhältlich, sondern können auch online erworben oder selbst gebastelt werden (z.B. aus Paletten).


Außenanlage Neubau

Eventuelle Folgekosten bedenken

Ein weiterer Faktor, über den man sich als Hauseigentümer in spe im Klaren  sein sollte, ist, welche Folgekosten ein Außenbereich nach sich ziehen kann. Natürlich möchte jeder Bauherr einen möglichst opulenten und weiträumigen Außenbereich. Was jedoch viele in ihrem Tatendrang beim Hausbau nicht bedenken, ist, dass eine Außenanlage auch umso mehr Pflege benötigt, je größer sie ist. Das bedeutet, dass niemandem dauerhaft geholfen ist, wenn er seine Eigenleistung bezüglich eben dieser Pflege schlichtweg überschätzt.

„Das kriegen wir schon irgendwie hin“ – das ist in diesem Zusammenhang einer der häufigsten Sätze, mit denen man sich selbst und anderen gegenüber Augenwischerei betreibt, die dem zunächst ambitionierten Hausbauer teuer zu stehen kommen kann. Mit Vollzeitjob und Kindern einer weiträumigen Außenanlage dauerhaft die Pflege angedeihen zu lassen, die sie benötigt, kommt einer wahren Mission Impossible gleich. Meist erkennen frisch gebackene Hauseigentümer ihren fatalen Irrtum zu spät. Die Zeit zur Pflege des üppigen Grundstückes fehlt.

Aber nun ist es bereits da, man hat viel Geld in den Bau investiert und kann die Außenanlagen  auch nicht verrotten lassen. Nun, wo das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, bleibt vielen keine andere Wahl, als externe Unternehmen mit der Pflege der Außenanlagen zu betrauen. Rasen mähen, Hecke schneiden, Abfälle entsorgen, Bepflanzung und viele weitere Posten können die Kosten in astronomische Höhen katapultieren. Viele entsprechende Unternehmen berechnen hier einen Stundensatz von 20 - 40 Euro, wodurch im Monat schnell hunderte von Euro anfallen können.

Nebenkosten nicht vergessen und nicht am falschen Ende sparen

Am Ende ist es die Summe der vermeintlichen Nebenkosten für Außenanlagen sowie die gängigen Kaufnebenkosten, die sich zu einem stattlichen Betrag auswachsen können. Grob kann man sagen, dass sich die Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten auf etwa 6% des Kaufpreises belaufen. Weitere Kosten kommen hinzu, wenn das Haus mittels Makler erworben wird. Allein diese Kosten können das Budget schon ziemlich erschöpfen. Daher ist es umso wichtiger, die Kosten für die Außenanlage vorab korrekt einzuplanen und notfalls von vorherein ein größeres Darlehen aufzunehmen.

Auch gesetzliche Vorgaben zum Bau der Außenanlagen können die eine oder andere außerplanmäßige bauliche Veränderung notwendig machen. Die meisten Kosten jedoch rühren von allerlei „Kleinigkeiten“ her. Vom Split bis hin zum Zaun kommen schnell nochmal einige Euro zusammen.

Grundsätzlich gilt natürlich: Eigenleistung hilft. Je mehr der Hauseigentümer von all diesen Arbeiten selbst in adäquater Qualität erledigen kann, umso mehr Kosten lassen sich sparen. Auch wenn der schmale Etat oftmals dazu verleitet, soviel wie möglich selbst zu erledigen, sollte sich niemand dazu hinreißen lassen, sich selbst zu viel zuzumuten. Dieser Schuss kann nämlich auch ganz schnell nach hinten losgehen.

Wer beispielsweise einen Baum nicht sachgemäß fällt, erlebt nicht selten sein blaues Wunder und wird für sein übermotiviertes Handeln mit unnötigen Folgekosten „belohnt“. Trotz des Sparpotentials, welches sich aus viel Eigenleistung ergibt, ist dies immer eine Abwägungssache. Reichen die eigenen Fachkenntnisse aus, um dem Anspruch, den man selbst an die Qualität stellt, ebenso gerecht zu werden, wie jenen, den der Gesetzgeber bezüglich der einen oder anderen Baumaßnahme vorgibt?

(Bildmaterial v.o.n.u.: © nattanan23 - pixabay.com; © MALCOLUMBUS - pixabay.com; © 13902 - pixabay.com)

26.04.2018 | HausXXL